Tiersuche ist nicht gleich Menschensuche

Richtig ist zwar, dass ein guter Tiersucher auch Menschen suchen kann, aber nicht jeder Menschensucher ist ein guter Tiersucher – auch wenn es in der Arbeit Parallelen gibt.

Ausbildung der Teams

Zur Ausbildung unserer Hundeführerinnen und Hundeführer gehört aber nicht nur die Arbeit mit dem Hund, sondern  beispielsweise auch die Aneignung von Basiswissen über das Wesen der Hunde oder der routinierte Umgang mit neuster GPS-Technik. Darüber hinaus besuchen unsere Mitglieder Fortbildungen, sowohl zum Thema Mantrailing als auch zu wissenschaftlichen Hundethemen und pflegen den Erfahrungsaustausch mit anderen Rettungshundestaffeln.

Aufwendiges Training

Die Tiersuche eines Teams bedarf jedoch eines anderen, sehr aufwendigen Trainings: Um einen Hund für die Tiersuche auszubilden genügt es nicht, einfach einen zweiten Hund im Training an der Leine von A nach B zu führen und dann den Suchhund mit einem Geruchsartikel auf die Spur zu schicken. Denn woher weiß man, ob der Hund nicht einfach doch nur dem Menschengeruch des Leinenführers folgt? Im Einsatz wäre es fatal, wenn ein Hund nicht gelernt hätte, ganz sicher nur dem jeweiligen Hundegeruch zu folgen – denn ein entlaufener Hund ist im Regelfall allein unterwegs! Deshalb muss das Training für die Tiersuche aufwendig vorbereitet und simuliert werden, damit es dem Ernstfall möglichst nahe kommt: mit verschiedenen Menschen, mit einer bestimmten Übergabemethode des zu suchenden Hundes und vielem anderen mehr.

Hinzu kommt: Ein entlaufener Hund verhält sich anders als ein entlaufener Mensch. Deshalb müssen Tiersucherinnen und Tiersucher in verschiedensten Bereichen solide Kenntnisse haben, beispielsweise über das Verhalten von ängstlichen Hunden, darüber, wie Hunde einer Spur folgen, welche Auswirkung Witterungsbedingungen haben können usw. Und oft geht es in der Tiersuche erst einmal „nur“ darum, das Gebiet einzugrenzen, in dem sich ein entlaufener Hund befindet, um dann mit anderen geeigneten Methoden den Hund zu sichern: Futterschleppe, Narkosegewehr, Futterfalle usw..

Jeder Fall ist anders

Ganz wichtig zu wissen: Oft ist die Suche nach einem entlaufenen Hund mit einem Suchhund überhaupt nicht die beste Methode, um den Ausreißer wieder nach Hause zu bringen (siehe auch: Hilfe, mein Hund ist weg). Es kann sogar sein, dass die Suche mit einem Tiersuchteam den entlaufenen Hund zusätzlich Gefahr bringt, in dem beispielsweise unerfahrene Teams mit ihrer Suche einen Hund in die Nähe einer befahrenen Strasse, einer Bahnlinie etc. treiben.

Für die seriöse Suche nach einem Hund bedeutet das: Jeder einzelne Fall muss für sich analysiert und bewertet werden, um dann eine gute Entscheidung treffen zu können, wie der Hund heil nach Hause gebracht werden kann.

Deshalb ist in jedem Fall zunächst die Beratung und Fallanalyse durch unsere Hotline ein unverzichtbarer Baustein unserer Tiersuche.